Stadtbibliothek Hannover

Stadtbibliothek Hannover

Stadtbibliothek Hannover

Die Fassade des Magazinturms der Stadtbibliothek Hannover an der Hildesheimer Straße wurde umfassend saniert.

Die Bibliothek wird gestalterisch geprägt durch den 29 Meter hohen Magazinturm aus dem Jahr 1930. Die Unterbringung von Büchern in einem Turmmagazin war zur damaligen Zeit eine Besonderheit und genauso innovativ wie die gesamte Baukonstruktion des Turms: Hinter der Klinkerfassade verbirgt sich das eigentliche Tragwerk aus einem filigranen Stahlskelett mit Eisenbetondecken. Die Klinkerfassade ist nur vorgeblendet.

In den 1990er Jahren, also nach gut 60 Jahren, zeigten sich deutliche Schäden an der Klinkerfassade. Durch Risse im Mauerwerk war Feuchtigkeit eingedrungen und hatte zu einer Korrosion der darunter liegenden Stahlkonstruktion geführt. Dies hatte zur Folge, dass Teile des Mauerwerks nach außen gedrückt wurden. Dadurch entstanden neue Risse und es konnte noch mehr Feuchtigkeit eindringen. Der Schaden gefährdete am Ende die Standsicherheit der Fassade und erforderte eine grundlegende Sanierung. Diese wurde in mehreren Abschnitten von 2004 bis 2007 durchgeführt und umfasste auch Fassadenteile aus den 50er Jahren.

Die Verblendschale musste großflächig abgenommen werden, um eine gründliche Entrostung und einen dauerhaften Korrosionsschutz der Stahlkonstruktion ausführen zu können. Die Torfbrandklinker konnten nicht zerstörungsfrei demontiert werden. Daher wurde die Fassade mit neuen Steinen aufgemauert. In Abstimmung mit der Denkmalpflege wurde großer Wert darauf gelegt, dass Farbe, Größe und Oberfläche der neuen Klinker im Zusammenspiel mit der Verfugung dem Ursprungszustand so nahe wie möglich kommen. Die Plastizität der Fassade im Wechsel zwischen glatten Lisenen und horizontal betonten Brüstungen mit vor- und rückspringenden Steinreihen wurde sorgfältig wiederhergestellt.

Auch die schadhaften Fenstergewände aus Ettringer Tuffstein (1930) bzw. Betonwerkstein (1956) wurden saniert. Die Fenster wurden komplett erneuert und erfüllen nunmehr die heutigen Anforderungen an den sommerlichen und winterlichen Wärmeschutz. Dabei konnte die schlanke Optik der vertikalen Fensterbänder erhalten werden. Die Fenster der Bürogeschosse, die im Zuge der Beseitigung von Kriegsschäden durch neue, anders proportionierte Fenster ersetzt worden waren, entsprechen mit ihrer mittigen, horizontalen Teilung heute wieder dem Originalzustand von 1930.

Bauzeit 2004-2007 Baukosten 3.200.000 Euro

Planung und Bauleitung:
Dipl.-Ing. Bernhard Brüggemann und Partner

Projektsteuerung:
Fachbereich Gebäudemanagement Dipl.-Ing. Wilfried Engelke

Denkmalpflegerische Beratung:
Fachbereich Planen und Stadtentwicklung Dr. Eckart Rüsch